Die Chronik der Feuerwehr:

Am 01. August 1867 zerstörte eine Feuersbrunst das gesamte Oberdorf in Obersüßbach.

Diese große Brandkatastrophe nahmen einige Bürger zum Anlass, über die Gründung einer Feuerwehr nachzudenken.

In der Gemeindesitzung vom 22. Juni 1868 wurde beschlossen, ein neues Feuerlöschrequisitenlokal zu bauen. Mit diesem Vorhaben sollte im Frühjahr 1869 begonnen werden. Die Feuerwehrspritze und andere Requisiten wurden in der Zwischenzeit beim Vorsteher Wittmann (Hofbauer) aufbewahrt. Um bei Großbränden besser helfen zu können, wurde im Jahre 1874 die Freiwillige Feuerwehr Obersüßbach gegründet.

Erster Eintrag im Feuerwehrstammbuch war der 01. Januar 1874. Die Einsätze waren entsprechend mühsamer und die Ausrüstung bescheiden. Mit Pferden und oft zu Fuß musste man an die Brandstellen ausrücken. Motorspritzen standen damals nicht zur Verfügung, so dass mit Eimern und Handspritzen gelöscht werden musste.

Die Feuerwehr war zu dieser Zeit nicht schlecht ausgerüstet, wie aus einem statistischen Bericht vom Bayerischen Landesfeuerwehrverband hervorgeht.

Am 28. Januar 1881 wurde man zur ersten überörtlichen Löschhilfe, zum Schwaiger nach Viecht, gerufen. Im Jahre 1899 wurden Josef Nagler, Vitus Priller, Josef Eder, Josef Mayer, Franz Mirlach, Josef Geilersdorfer, Bartl Einhauser, Vitus Stauner, Anton Frankl Andreas Geilersdorfer und Josef Deifel mit dem 25-jährigen Dienstzeichen geehrt. Der erste gesellschaftliche Höhepunkt dürfte die Fahnenweihe 1911 mit Fahnenmutter Anna Högl gewesen sein. Die Feierlichkeiten waren zu dieser Zeit sicherlich recht gesellig.

Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, mussten viele Feuerwehrkameraden in den Krieg ziehen. In der harten Nachkriegszeit war kein Geld zur Verfügung. Erst im Jahre 1936 konnte man sich als eine der ersten Feuerwehren im damaligen Landkreis Mainburg eine Motorspritze des Typen Magirus anschaffen. Ein paar Jahre später, als der 2. Weltkrieg ausbrach, wurden fast alle Feuerwehrkameraden zum Militärdienst eingezogen. Zur Aufrechterhaltung des Brandschutzes wurden Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Leider hat auch dieser Krieg seine Spuren hinterlassen. Viele Kameraden kamen nicht mehr heim.

1947 wurde Johann Bucher neuer Kommandant. Er baute die Feuerwehr wieder neu auf.

Am 20. Mai 1951 wurde wieder eine neue Fahne geweiht. Fahnenmutter war Ottilie Bräu. Als Fahnenjungfrauen nahmen Anna Möstl, Katharina Högl, Walburga Besl, Elisabeth Ostermayr, Theresia Ostermayr, Katharina Loibl, Emilie Frankl, Emilie Plattner, Katharina Büchl, Berta Oberhofer,Katharina Orthum sowie Reinhilde Frey teil. Die Wirtshäuser Rank und Schranner sowie das Gasthaus zur Post waren restlos überfüllt. Es nahmen so viele Feuerwehren und Gäste teil, dass zusätzlich im Frankl-Hof ein Zelt aufgestellt werden musste.

Nachdem die Alarmierung früher mit Kirchenglocken, Trompeten, Feuerboten oder Handsirene durchgeführt werden musste, war man stolz, am 08. April 1955 eine elektrische Sirene beim Gasthaus Schranner montieren zu können.

Auf der Höglwiese, wo auch das Feuerwehrhaus stand, wurde 1959 ein Schlauchturm errichtet. Am 08. März 1963 legten die ersten vier Gruppen ihr Leistungsabzeichen ab. Die Aufgaben der Feuerwehren wurden immer umfangreicher. Aus diesem Grund wurde ein neues Feuerwehrauto vom Typ Ford Transit angeschafft, eine Vergrößerung des Gerätehauses scheiterte jedoch am Grunderwerb.

Auf dem Platz des ehemaligen Gemeindehauses (Hirthaus) wurde 1966 das neue Feuerwehrhaus in Eigenleistung errichtet. Der Schlauchturm wurde komplett umgelegt und mit zwei Baggern zum neuen Standort transportiert.

Nun hielt auch die Technik Einzug bei den Feuerwehren. Im Jahre 1967 wurde die Sirene an die Funkalarmierung angeschlossen.

Aufgrund dessen, dass Obersüßbach 1967 eine Stützpunktfeuerwehr wurde, bekam man auch ein größeres Fahrzeug.

Das LF-8 Typ DB-406 hatte eine Vorbaupumpe, eine neue Tragkraftspritze vom Typ TS-8 und war mit einem Funkgerät ausgerüstet. Am 25./26. Juli 1974 wurde das 100-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe gefeiert. In der neuen Lagerhalle der Baufirma Stadler fanden alle geladenen Gäste Platz. Die Weihe der neuen Fahne nahm Herr Pfarrer Johann Kramer vor. Das Ehrenamt der Fahnenmutter übernahm Elisabeth Stadler.

Als Festdamen standen ihr Teresia Holzner, Angela Daniel, Anneliese Bucher, Monika Loibl, Gertraud Raab, Gisela Rieger, Anneliese Ertlmaier, Anita Kufer und Magdalena Ott beiseite. Stadler Doris und Marlene waren Begleitmädchen der Fahnenmutter. 1978 wurden vier Atemschutzgeräte angeschafft, um bei Einsätzen mit giftiger Rauchentwicklung besser geschützt zu sein. Eine Brandbekämpfung bei starker Rauchentwicklung wäre heute ohne diese Geräte nicht mehr vorstellbar. Leider verstarb dann unser langjähriger Vorstand und Gönner Herr Josef Stadler im Jahre 1984. Um den ständig wachsenden Anforderungen und Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen gerecht zu werden, wurde 1986 ein neues Fahrzeug Typ DB-14 LF-8 auch mit einem Rettungsspreizer sowie einer Rettungsschere ausgerüstet. Am 18. März 1988 musste der langjährige Kommandant Frankl Alfons sein Amt nach Erreichen der vorgeschriebenen Altersgrenze zur Verfügung stellen.

Er hatte die Feuerwehr mit den verschiedenen Vorstandschaften 22 Jahre geführt. Groß Gerhard löste ihn in diesem Amt ab, und war bis März 2010 Kommandant der FF Obersüßbach. Alfons Frankl blieb der Feuerwehr jedoch als 1. Vorstand erhalten. Der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus mit Bauhof fand am 08. Oktober 1992 statt und die Fertigstellung des Bauvorhabens war für 1993 geplant. Der Umzug der Feuerwehr konnte aber erst am 06. August 1994 erfolgen.

Am 12. August 1994 bekam das Gebäude den kirchlichen Segen durch Herrn Pfarrer Johann Kramer.

Am 14. August 1994 waren dann der Bauhof und das Feuerwehrgerätehaus bei einem Tag der offenen Tür für die Bevölkerung zugänglich.

Von 02. bis 04. Juli 1999 war unser 125-jähriges Gründungsfest.

Im April 2001 wurde ein Mehrzweckfahrzeug mit einem Hochdrucklöscher angeschafft, da unser LF8 kein Wasser mitführte und bereits voll beladen war.

Seit März 2004 werden wir zusätzlich zur Sirene auch via Handy alarmiert, was sich zwischenzeitlich sehr bewährt hat und nicht mehr wegzudenken ist.

Am 02. Oktober 2004 war dann die Gründung unserer Jugendfeuerwehr, die in den letzten Jahren immer stärker wurde und mittlerweile mit über 26 Mädchen und Jungen ein fester Bestandteil unserer Feuerwehr ist. Seit März 2010 ist Robert Draxler Kommandant der Feuerwehr Obersüßbach und der Verein wurde geführt von Johann Hummelberger (1. Vorstand) sowie Christian Vorlaufer (2. Vorstand). Im November 2014 wurde unser LF-8 durch ein HLF-10 ersetzt, welches dann am 26. April 2015 durch Pfarrer Dr. Innocent I. Nwokenna feierlich gesegnet wurde.

Durch die gemeinsame Beschaffung des HLF-10 mit der Feuerwehr Langenaltheim hat sich eine Freundschaft zu den Kameraden aus Franken entwickelt. Auch bei der Fahrzeugsegnung durften wir eine Abordnung aus Langenaltheim bei uns begrüßen und die Feuerwehrkapelle Langenaltheim sorgte bei uns für großartige Stimmung. Im Oktober 2017 erhielt die Feuerwehr Obersüßbach einen Defibrillator vom Flughafen in München, welcher am Gerätehaus stationiert wurde. Nach 10 Jahren Amtsperiode ist im Jahre 2018 Johann Hummelberger zurückgetreten. Das Amt des 1. Vorstands wurde 2019 von Christian Vorlaufer übernommen, welcher von Lukas Ostermeier unterstützt wurde.

Im Jahr 2022 gab es Neuwahlen in der Vorstandschaft. Erster Vorstand wurde Christian Vorlaufer und zweiter Vorstand Michael Büchl. Das Amt des Schriftführers wurde von Georg Spornraft sen. an Alois Münsterer übergeben. Des Weiteren wurden die Tätigkeiten des Kassiers von Karl Rusam an Georg Spornraft jun. übertragen. Sowohl Karl als auch Georg waren beide nahezu 30 Jahre in ihren jeweiligen Ämtern tätig.

Aktuell versehen in der Freiwilligen Feuerwehr Obersüßbach insgesamt 95 aktive und jugendliche Feuerwehrmänner sowie Feuerwehrfrauen ihren Dienst.